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Erzgebirgskammweg: drei Tage
Die längste Etappe zuerst, und das mit Mittagsstart. Auf dem Papier sieht das nach schlechter Planung aus. Es war Absicht.
Drei Tage auf dem Erzgebirgskammweg, Olbernhau bis Altenberg: 54,9 Kilometer, 1637 Meter Aufstieg, 1338 Meter Abstieg. Der Track teilt sich in drei sehr unterschiedliche Tage — vorn der lange, hinten der hohe. Claudia und ich mit je rund 9,5 Kilo auf dem Rücken.
Tag 1 — Olbernhau zur Kreuztanne, 22,1 km und 822 Höhenmeter
Losgegangen sind wir gegen Mittag, gut gestärkt. 22,1 Kilometer, 822 Meter Aufstieg, Ziel Kreuztanne — der halbe Tag musste reichen.

Aus dem Tal heraus zieht der Weg stetig nach oben. Kein Steilstück, das einen zum Stehenbleiben zwingt. Deshalb blieben die LEKI MAKALU FX den Nachmittag über eingeklappt — erst im letzten Drittel holt Claudia sie raus. Rast an der Schwartenbergbaude, 785 Meter, höchster Punkt des Tages. Oben offen und windig. Man sieht, wofür man die Höhenmeter gemacht hat.


Dann der Abstieg, ein schmaler Pfad durch hohes, schon trockenes Gras. Unten ein Ort mit Kirchturm zwischen den Hügeln. Solche Stellen mag ich am Kamm am liebsten: Weitsicht, ohne dass gleich Drama daraus wird.

An der Kreuztanne war Schluss, und der Kocher blieb, wo er war. Zwei Bier, ein Cordon Bleu. Nach 22 Kilometern mit Mittagsstart nenne ich das eine vernünftige Entscheidung.

Tag 2 — Kreuztanne über Holzhau nach Moldava, 18,9 km
18,9 Kilometer, 493 Meter Aufstieg, höchster Punkt 788 Meter. Nach dem Auftakt ein Tag, der einem entgegenkommt. Viel Wald, weiche Wege. Eine neue Holzbrücke über einen Graben, dahinter ein kurzer Anstieg ins Licht.

Zwischendurch Ortsdurchgänge, Asphalt, eine Straße, die auf eine Wiesenkuppe mit Rindern zuläuft. Nichts, was man fotografieren muss. Aber genau die Sorte Strecke, auf der Kilometer vergehen, ohne dass man sie zählt.

Hinter Holzhau geht es auf die Grenze zu. Im Fichtenwald ein Wegweiser: Moldava 3 Kilometer. Damit war der Wandertag fast geschafft.

Tag 3 — Moldava über den Kahleberg nach Altenberg, 13,9 km
Die kürzeste Etappe, 13,9 Kilometer, 322 Meter Aufstieg — und trotzdem der höchste Punkt der ganzen Tour: 905 Meter am Kahleberg. Ein Bergtag, aber ein sehr erzgebirgischer. Die Höhenmeter kommen verteilt, nicht am Stück. Oben ist der Gipfel steinig und offen.
Von Altenberg mit der Bahn zurück nach Dresden. Wenn eine Tour so endet, muss man am letzten Tag nichts erzwingen.
Fazit
Die Aufteilung ist ungewöhnlich, aber sie ging auf: die lange Etappe zuerst, mit Mittagsstart, dann der ruhige Mitteltag, zum Schluss die kurze Etappe mit dem höchsten Punkt.
Und das Gewicht. 13,27 Kilo auf 22 Teile — davon 10,18 Kilo allein in der Kategorie Schlafen. Das ist der ehrliche Schwachpunkt. Zelt, Matten und Schlafsäcke für zwei sind der Rucksack, der Rest ist Beiwerk: Kochen 1,05 Kilo, Sonstiges 940 Gramm. Über die 67 Gramm für das XFOIL Groundsheet 1,6 × 2,4 m muss man nicht reden, über die 1590 Gramm pro Starlight II schon. Hier hat es nicht gestört — kurze Etappen, und zweimal war ein Dach über uns. Beim nächsten Mal fange ich trotzdem beim Schlafsystem an.
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